10 punkte Für ziviLcourage vom vdK

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Die 10-Punkte-Karte für Zivilcourage beschreibt niedrigschwellige Möglichkeiten, bei rechtsextremen Pöbeleien oder Übergriffen im öffentlichen Raum angemessen zu reagieren – ohne sich selbst in Gefahr zu bringen:


01 BLEIBEN SIE RUHIG Konzentrieren Sie sich darauf, das zu tun, was Sie sich vorgenommen haben. lassen Sie sich nicht ablenken von Gefühlen wie Angst oder Ärger.


02 HANDELN SIE SOFORT Reagieren Sie immer sofort – warten Sie nicht, dass ein anderer hilft. Je länger Sie zögern, desto schwieriger wird es einzugreifen.


03 HOLEN SIE HILFE in der S+u-Bahn: Rufen Sie die Polizei mit ihrem Handy (110) oder ziehen Sie die Notbremse im Bahnhof. im Bus: Alarmieren Sie den/die Busfahrer/in. Auf jeder Straße: Schreien Sie laut, am besten »Feuer!!!«, darauf reagiert jede/r.


04 ERZEUGEN SIE AUFMERKSAMKEIT Sprechen Sie andere Zuschauer/innen persönlich an. Ziehen Sie Zuschauer/innen in die Verantwortung: »Sie in der gelben Jacke, können Sie bitte den / die Busfahrer/in rufen«. Sprechen Sie laut. Die Stimme gibt Selbstvertrauen und ermutigt andere zum Einschreiten.


05 VERUNSICHERN SIE DEN/DIE TÄTER/IN Schreien Sie laut und schrill. Das geht auch, wenn die Stimme versagt.


06 HALTEN SIE ZUM OPFER Nehmen Sie Blickkontakt zum Opfer auf. Das vermindert seine/ihre Angst. Sprechen Sie das Opfer direkt an: »ich helfe ihnen«.


07 WENDEN SIE KEINE GEWALT AN Spielen Sie nicht den Helden und begeben Sie sich nicht unnötig in Gefahr. Setzen Sie keine Waffen ein (diese führen häufig zur Eskalation). Fassen Sie den / die Täter/in niemals an, es kann dann schnell zu Aggressionen kommen. lassen Sie sich nicht provozieren.


08 PROVOZIEREN SIE DEN/DIE TÄTER/IN NICHT Duzen Sie den / die Täter/in nicht, damit andere nicht denken, dass Sie einander kennen. Starren Sie dem/der Angreifer/in nicht in die Augen, das könnte ihn/sie noch aggressiver machen. Kritisieren Sie das Verhalten des/der Angreifers/in, aber werden Sie dabei nicht persönlich.


09 RUFEN SIE DIE POLIZEI Beobachten Sie genau die Situation und merken Sie sich Gesichter, Kleidung und Fluchtwege der Täter/innen. Erstatten Sie Anzeige und melden Sie sich als Zeuge / Zeugin.


10 SEIEN SIE VORBEREITET Denken Sie sich eine Situation aus, in der ein anderer Mensch belästigt, bedroht oder angegriffen wird. Überlegen Sie, was Sie in einer solchen Situation als Zeuge / Zeugin fühlen würden. Überlegen Sie, was genau Sie dann tun würden.

 

Taschenratgeber Aktiv Gegen Rechtsextremismus in

Pankow

Friedrichshain-Kreuzberg

Treptow-Köpenick

 

Bonner Piraten stellen sich Quer gegen Nazi-Aufmarsch

Wehre den Anfängen! zu spät wird die Medizin bereitet, wenn die Übel durch langes Zögern erstarkt sind.“ (Ovid) 

Nach dem Bekanntwerden der furchtbaren Morde der rechtsextremen Zwickauer Terrorzelle NSU,

der Großrazzia im sogenannten „Braunen Haus“ in Ahrweiler und der bundesweiten Verhaftungswelle von mindestens 23 Mitgliedern des „Aktionsbüros Mittelrhein“ rufen Gruppen der als extrem militant geltenden autonomen Nationalisten und andere rechtsextreme Kameradschaften zu einer zentralen Demonstration in Bonn am 1. Mai auf.

Ein breites Bündnis aus Friedensbewegungen, antifaschistischen Gruppen, Occupy Bonn, Attac, Bonner Jugendbewegung und der Interventionistischen Linken über Erwerbsloseninitiativen, Migrantenorganisationen und Bildungsstreikaktive, Vertretern von Gewerkschaften, Linksjugend [´solid], der Grünen Jugend, Junge Union, JuSos und Vertretern von der Partei Die Linke, CDU, SPD, Piratenpartei, den Grünen sowie zahlreiche Bonner Bürgerinnen und Bürger haben sich unter dem Motto “Bonn stellt sich quer” zusammengefunden und bereits der Initiative angeschlossen.

Michael Paetau, Direktkandidat der Bonner Piraten im Wahlbezirk Bonn II, hält derzeit den Kontakt zum Bündnis und berichtet regelmäßig über die Treffen im DGB-Haus. „Derzeit werden alle juristischen Möglichkeiten abgeklopft, die Demonstration der Rechten verbieten zu lassen.“, so Paetau während der Mitgliederversammlung Mittwoch Abend. „Neben den geplanten Blockaden zur Verhinderung, deren Teilnahme jedem selbst überlassen ist, sind zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen geplant.“Anschließend wurde auf dem Piratenparteitag einstimmig beschlossen, den Aufruf des “Bündnis Bonn Nazifrei” zu unterstützen. Der komplette Text des Aufrufs ist unter http://www.friedenskooperative.de/netzwerk/aufruf_bonnquer.pdfzu finden. An diesem Bündnis nehmen neben dem Bonner Oberbürgermeister auch viele weitere Prominente Bonner teil.Nachdem der offizielle Aufruf stellvertretend für die Bonner Piraten vom Vorstand des Kreisverbandes unterschrieben wurde, erklärte das Vorstandsmitglied und Direktkandidat für Bonn I, Bernhard Smolarz unter großem Applaus: „Wir rufen alle Piraten in Bonn, NRW und Deutschland auf, am 1. Mai 2012 um elf Uhr in die Münsterstraße 1a in Bonn zu kommen. Wir werden Flagge zeigen gegen Rechts! ” 

Update: Ab 9.00 Uhr treffen sich die ersten Gruppen in Bonn-Beuel. Eine Übersichtskarte findet ihr HIER. Wann und wo sich die Piraten sammeln, wird spätestens Freitag hier auf der Homepage bekannt gegeben.

Das derzeitige Wahlbüro wird am 1. Mai als erste Anlaufstelle für Piraten dienen und den ganzen Tag geöffnet sein. Da die Demonstrationsstrecke der Rechten noch nicht genau bekannt ist, können aktuelle Infos unter 0228 / 286 286 080 abgefragt oder unter www.piratenpartei-bonn.de aufgerufen werden.
Twitter-Hashtag ist #1maipirat
Bonn, 18.04.2012 

Autor: wkz — 25.04.2012; 11:37:53 Uhr

Wir reden nicht mit Rassisten/Sexisten etc.

Die Piratenpartei hat ein Problem.

Wie ich auf Twitter nicht müde werde, zu sagen, hat diese Partei ein massives Problem. Und zwar ihren Umgang mit rassistischen/sexistischen Äußerungen ihrer Mitglieder. Immer wieder fallen einzelne Piraten mit äußerst bescheuerten Äußerungen auf Twitter, Mailinglisten, Blogs oder anderen Medien auf. Da werden Frauen zum Tortenbacken aufgefordert, der Holocaust relativiert oder zumindest de Legalisierung solcher Äußerungen gefordert, Antifaschisten mit Nazis auf eine Stufe gestellt. Immer wieder.

Der Eindruck, die Piraten wären nach rechts hin offen aufgestellt oder fischten gar am rechten Rande der Gesellschaft nach Wählern, wird sich so sicherlich nicht zerstreuen. Statt diesen Vorwürfen aber nun etwas entgegenzusetzen mit Hand und Fuß und an diesem Problem zu arbeiten kommen immer wieder Rufe, dabei handle es sich doch nur um Einzelfälle und man hätte kein Problem.

Wir reden nicht mit Nazis!

Im Umgang mit Nazis, Rassisten und allen Anderen, die entsprechend auftreten, hat sich die Praxis, nicht mit ihnen zu reden um ihnen keinerlei Plattform zu bieten, weitestgehend durchgesetzt. In den Parlamenten, in denen sie dummerweise immer noch vertreten sind, redet niemand über ihre Anträge, bei ihren Redebeiträgen antwortet niemand geschweige denn wird applaudiert. Organisationen wie der vdk oder das apabiz erklären seit Jahren genau diese Vorgehensweise als einzig richtige. Auch der “Berliner Konsens” sieht genau diese Umgehensweise mit Rassisten und Faschisten vor. Nur, falls jemand Gedächtnisprobleme haben sollte, die Berliner Piraten haben beschlossen, diese Erklärung und genau dieses Vorgehen mitzutragen.

Warum?
Weil Nazis und Rassisten nicht etwa Vertreter einer anderen Meinung oder politischen Weltanschauung sind, sondern mit ihrem menschenverachtenden Gedankengut den Definitionsbereich von “Meinung” verlassen haben. Meinung und Diskussionsfähigkeit setzen voraus, dass es wenigstens  die geringste Gemeinsamkeit gibt, auf der eine entsprechende Diskussion aufbauen kann.

Wir bilden bevor wir ausgrenzen!

Nun wird den aktiven Antifaschisten innerhalb der Piratenpartei gern vorgeworfen, wir wären so stark damit beschäftigt, auszugrenzen, dass am Ende niemand mehr übrig bliebe. Und an dieser Stelle muss ich wohl auch ein bisschen selbstkritisch sein. Wenn ich erfahre, dass wieder ein Pirat/eine Piratin rassistische oder sexistische Kackscheiße veröffentlicht hat, schnappe ich mir oft und gern meine Tastatur und raste aus statt herauszufinden, ob ich es an der gegenüberliegenden Stelle mit einer/m rassistischen Arschloch zu tun habe oder (und das ist sehr häufig der Fall) mit vollkommen unreflektierten Bullshit, der an sich anzugreifen ist, dessen Autoren aber schlicht ein Bildungsdefizit aufweisen.

Auch hier kann geholfen werden. Stelle ich also fest, dass es ein allgemeines Bildungsproblem der Piraten im Umgang mit Rassismus und Sexismus gibt, stelle ich diesen Mangel ab. Ich werde mich also noch stärker als bisher dafür einsetzen, die Piraten hierin schulen zu lassen. Von Menschen, die wissen, wovon sie reden. Die mobile Beratung gegen Rechts und das apabiz sind hier nur zwei der Ansprechpartner, die solche Veranstaltungen immer wieder gern mit ausrichten und mit beiden stehe ich bereits in Kontakt. Eigentlich hatte ich geplant, diese Veranstaltungen vorerst für die Abgeordneten und Bezirksverordneten in Berlin zu planen. Nach den Ereignissen der letzten Tage muss ich hier wohl größer planen.

Es wird ja gern unterstellt, als offen agierende Antifaschisten wollten wir primär ausgrenzen. Das mag so aussehen. Allerdings versuchen wir, zu identifizieren, wer wirklich Rassist/Faschist/Sexist ist und wer einfach mehr Informationen/Bildung braucht, um sich eine vernünftige Meinung bilden zu können.

Die, die dann übrig bleiben, die hiernach keine Einsicht zeigen, die weiterhin rassistische, faschistische oder sexistische Kackscheiße schreiben, sagen oder so handeln, die grenzen wir aus.

Aber weiterhin gilt:

Wir reden nicht mit Nazis!

  • Wir reden nicht mit ihnen, weil sie jede Plattform nutzen um gegen Menschen wegen ihrer Herkunft oder ihrer sexuellen Identität zu hetzen.
  • Wir reden nicht mit ihnen, weil sie ihren Mist teilweise hübsch verpacken um eingeladen zu werden.
  • Wir reden nicht mit ihnen, weil es mit überzeugten Nazis, Faschisten und Rassisten keinerlei gemeinsame Gesprächsgrundlage gibt.

Es gibt keine Einzelfälle

Rassismus, Sexismus und Faschismus sind riesige Probleme in dieser Gesellschaft. Überall da, wo ein Feindbild gebraucht wird, überall da, wo jemand als Sündenbock herhalten kann, weil ersiees offensichtlich anders™ ist, handelt es sich um einen dieser verdammten -Ismen. Und die gilt es zu erkennen.

Die Piratenpartei ist ein Teil dieser Gesellschaft und entsprechend finden sich die meisten Probleme einer Gesellschaft auch innerhalb dieser Gruppe von Menschen wieder. Da gibt es offensichtlich Rassisten. Da gibt es offensichtlich Sexisten. Und da gibt es vermutlich auch eine Menge andere -Isten.

Bevor ich mich aber endgültig mit diesem Post verzettel, fasse ich nochmal kurz zusammen:

tl;dr

Faschismus, Rassismus, Sexismus und Homophobie sind gesellschaftliche Probleme und menschenverachtend.

Ich glaube, dass die meisten Piraten sich nicht eingehend genug damit auseinander gesetzt haben und deshalb immer wieder dumme Kackscheiße schreiben oder sagen.

Diejenigen, bei denen das so ist, will ich bilden. Ich will ihnen vermitteln, wie sehr und warum Rassismus und Sexismus und Homophobie scheiße sind. Ich will ihnen vermitteln, warum wir überzeugte Rassisten, Sexisten und Homophobe nicht in unserer Mitte dulden dürfen. Ich will ihnen erklären, was Querfront ist und warum wir wegen Querfrontlern dauernd wachsam sein müssen, dass sich keine Rassisten bei uns breit machen können.

Wer gegen dieses bisschen Bildung resistent ist, wird von mir ausgegrenzt.

Helft mir dabei!

gratefully copied from Oliver Höfinghoff